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Naturbad Hohenfels: Ehrlicher Blick nach vorn – Verein setzt auf Ehrenamt, Transparenz und Zusammenhalt
Außerordentliche Mitgliederversammlung des Naturbadvereins macht deutlich: Ohne Umbau und ohne viele helfende Hände hat das Naturbad keine Zukunft.
Hohenfels. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Naturbadvereins Hohenfels am 1. August 2026 im Bürgersaal der Gemeinde wurde offen ausgesprochen, was viele bewegt: Das Naturbad steht an einem entscheidenden Punkt. 56 Mitglieder waren anwesend, als Vorstand und Bürgermeister die aktuelle Lage, die notwendigen Schritte und die Grenzen des Machbaren erläuterten.
Bürgermeister Florian Zindeler eröffnete die Versammlung und betonte die Bedeutung des Naturbads für die Gemeinde. Anschließend begrüßte der 1. Vorstand Anita Moser die Mitglieder. Schon zu Beginn wurde deutlich: Der Abend sollte kein Schönreden werden, sondern ein ehrlicher Blick auf die Realität.
Die Lage ist ernst
In der Präsentation „Zukunft Naturbad“ stellte Alexander Gerwig die aktuelle Situation vor. Die Folie des Beckens muss zwingend erneuert werden. Auch die Filtertechnik muss überarbeitet werden; dabei unterstützt die Firma Plocher den Verein. Eine tragfähige Alternative gibt es nach aktuellem Stand nicht. Zudem müssen Betriebsabläufe neu definiert, verschriftlicht und fachlich abgesichert werden. Hierzu soll unter anderem Gutachter Herr Gutmann eingebunden werden.
Auch das Verhältnis zum Landratsamt wurde offen angesprochen. In der jüngeren Vergangenheit war die Kommunikation suboptimal, inzwischen wird jedoch an einem transparenten Austausch gearbeitet. Erste positive Entwicklungen seien bereits spürbar. Beanstandet wurden unter anderem besondere Filterbecken, unklare Fragen der Wasserreinigung sowie kleinere Punkte, die teilweise bereits erledigt wurden.
Ehrenamt am Limit
Besonders deutlich wurde an diesem Abend, dass es nicht allein um Technik, Folie oder Filter geht. Es geht um Menschen, die seit Jahren Verantwortung übernehmen, oft im Hintergrund, oft nach Feierabend, oft mit großem persönlichen Einsatz. Der Verein machte klar: Die Last darf künftig nicht mehr auf wenigen Schultern liegen. Aufgaben sollen in Teams organisiert und verbindlich verteilt werden. Nur wenn viele Mitglieder mit anpacken, kann ein Bad wie dieses dauerhaft betrieben werden.
Diese Botschaft war ungeschönt, aber notwendig: Ein Naturbad lebt nicht von guten Erinnerungen allein. Es lebt von Pflege, Verantwortung, Fachwissen, Geld und ehrenamtlicher Arbeit. Wer den Fortbestand des Naturbads möchte, muss auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen.
Ohne Umbau droht das Aus
Bürgermeister Zindeler fasste die Situation klar zusammen: Ohne Umbau wird es kein Naturbad mehr geben. Die alte Folie, die ungeklärten technischen Anforderungen und die Vorgaben rund um Filtertechnik und Wasserqualität lassen dem Verein kaum Spielraum. Eine einfache Weiterführung des bisherigen Betriebs ist nicht realistisch.
Gleichzeitig wurde betont, dass es sich weiterhin um ein Naturbad handeln soll. Die Wasserreinigung soll weiterhin auf natürlicher Basis erfolgen und nicht durch chemische Mittel wie Chlor ersetzt werden. Der geplante Umbau betrifft vor allem die technische und strukturelle Neuplanung der Filtertechnik und der Durchströmung.
Beschlüsse und klare Grenzen
Die Mitgliederversammlung entlastete Vorstand und Kasse. Anschließend wurden die Ämter neu beziehungsweise weiter besetzt: 1. Vorstand: Anita Moser; 2. Vorstand: Alexander Gerwig; Kassiererin: Anita Moser; Schriftführer: Eike Sibbers. Als Beisitzer wurden Philipp Jahn, Chriska Abbrent, Dirk Schidt- Sinns, Ralf Kluge und Jonas Wütherich gewählt. Als Kassenprüferinnen wurden Birgit Bezikofer und Carolin Bantle gewählt.
Ein wichtiger Beschluss betrifft die Finanzierung vorbereitender Maßnahmen: Kosten über 5.000 Euro dürfen für Gutachter und vorbereitende Maßnahmen ausgegeben werden, nicht jedoch für den Umbau selbst. Das vollständige Konzept mit Zahlen, Daten und Fakten soll im November in der Hohenfelshalle vorgestellt werden. Erst dann wird über die nächsten Schritte auf Grundlage belastbarer Informationen gesprochen werden können.
LEADER-Programm wird nicht weiterverfolgt
Der Vorstand empfahl, den Förderantrag im LEADER-Programm zu stoppen. Die Mitglieder sprachen sich gegen eine Fortführung aus. Als Gründe wurden das im Moment zu umfangreiche Vorhaben, eine kurze Projektlaufzeit und der erhebliche bürokratische Aufwand genannt. Dadurch können die reservierten Fördermittel für andere Projekte wieder freigegeben werden.
Beiträge werden erhöht
Die letzte Erhöhung fand 2014 statt. Um die finanzielle Sicherheit des Vereins zu verbessern, stimmten die Mitglieder einer Beitragserhöhung ab März 2027 zu. Familien zahlen künftig 90 Euro statt bisher 60 Euro, Erwachsene 50 Euro statt 35 Euro. Auch weitere Beitragskategorien und Eintrittspreise werden angepasst.
| Kategorie | Bisher | Neu ab Mai 2027 |
|---|---|---|
| Familie | 60 € | 90 € |
| 1 Erwachsener + Kind | 45 € | 65 € |
| Erwachsener | 35 € | 50 € |
| Student / Schüler / Rentner | 25 € | 35 € |
| Erwachsener Einzeleintritt | 3,50 € | 4 € |
| Kind Einzeleintritt | 1,50 € | 2 € |
| Abendtarif | 1 € | 2 € |
Viele Fragen, ehrliche Antworten
Die Diskussion zeigte, wie sehr das Naturbad die Menschen bewegt. Gefragt wurde nach Beanstandungen des Landratsamts, nach Alternativen zur Firma Plocher, nach der Rolle der Gemeinde, nach Aufsichtspflichten, nach dem Zustand des Kiosks und nach der Frage, ob das Bad nach einem Umbau noch ein echtes Naturbad bleibt. Viele Bedenken wurden offen ausgesprochen und vom Vorstand zur Kenntnis genommen.
Besonders wichtig war den Mitgliedern, dass vor einer Entscheidung über den Umbau alle Zahlen, Daten und Fakten vorliegen müssen. Diese Forderung wurde ausdrücklich aufgenommen. Der Vorstand kündigte an, die vollständigen Informationen in einer großen Veranstaltung vorzustellen.
Ein Bad, das mehr ist als Wasser
Das Naturbad Hohenfels ist für viele mehr als ein Ort zum Schwimmen. Es ist Treffpunkt, Sommererinnerung, Familienort und ein Stück Gemeindeleben. Gerade deshalb war der Abend emotional. Denn wer ehrlich über die Zukunft spricht, muss auch über Grenzen sprechen: über Geld, über Verantwortung, über Vorschriften und über die Frage, wie viel Ehrenamt eine Dorfgemeinschaft tragen kann und will.
Die Versammlung endete mit einer klaren Botschaft: Das Naturbad hat nur dann eine Zukunft, wenn Umbau, Finanzierung, Fachlichkeit und Ehrenamt zusammenkommen. Der Weg wird nicht einfach. Aber er ist ehrlich benannt. Und genau darin liegt die Chance, das Naturbad Hohenfels gemeinsam in eine tragfähige Zukunft zu führen.
Wer helfen möchte, ist herzlich eingeladen, sich bei Anita Moser, Alex Gerwig oder unter info@naturbad-hohenfels.de zu melden.
Gesucht werden Interessierte, denen das Bad am Herzen liegt.
Gesucht wird auch noch ein/e Kassierer/in und ein/e Social Media Betreuer/in